SUCHT.QUARTIER

Artikel vom 21.12.2011|  Heinz Wagner Artikel vom 21.12.2011| Heinz Wagner

Aus welchem Grund?

Suche nach Werten, Freiheit und überhaupt allem - als Film, Gesänge und szenisches Spiel

Suche nach Sinn, Werten, Freiheit, Grenzen und „dem Gesetz“, jenem vor dem ein Türsteher den Eingang versperrt – in einer szenischen Collage nähert sich die jüngste Produktion des Theaters Wozek diesen Fragen in einer vielfältigen Weise – derzeit im Palais Kabelwerk.

Dreh- und Angelpunkt ist ein Franz Kafkas „Türsteherlegende“. Ein Bürger („ein Mann vom Land) begehrt Einlass ins Gebäude, um zu seinem Gesetz/Recht zu kommen. Grundsätzlich ja, aber (noch?) nicht jetzt. Damit wird er von einem Mal aufs andere vertröstet.

 

Gedanken- und echte Reisen

Kierling, Drasenhofen, Prag – sind die sichtbaren Stationen des Films der die Reise der Darsteller_innen im „Hintergrund“ zeigt.

Im Vordergrund stellt Marion Rottenhofer – mal in einer Art  Gazepyramide, mal auf einem kleinen stufenförmigen Podest ewig viele und  noch drei Fragen wie „wollen Sie die Menschheit retten? Aus welchem  Grund. Wollen Sie reich sein? Jemanden für ihre Heimat töten? Glauben  sie an die Existenz einer Seele?“ Stets gefolgt von der in die vorhin  zitierte Form der Frage nach dem warum.

Live im Vordergrund interpretieren dazu die einheitlich schwarz-weiß  gekleideten Roman Binder, Martin Oberhauser und Charly Vozenilek Kafkas  Text - mal rappend, mal beatboxend, mal als (uralten) Schlager oder als  Tango. Dazwischen spielen sie rund um Aussagen, Fragen und Gedanken dazu  Szenen. Mitunter steigen sie daraus wieder aus, um sich darüber zu  unterhalten, wie das eine oder andere gespielt werden könnte/sollte –  „wie spielt man einen Floh?“

 

Spielen mit klassischem Text

Ein spannendes Vergnügen für Gedankenspiele, fürs eintauchen, drehen und wenden eines mehr oder minder bekannten Textes.

Heavy wird’s als die Frage, an die eigenen Grenzen gehen, gar sie  vielleicht zu überschreiten samt einer (natürlich Theater-)Pistole, ins  Spiel kommt.

 

Übrigens: Sucht.Quartier ist auch die Premiere für die erst  14-jährige Julia Vozenilek. Die Tochter von Regisseur Karl Wozek und  Charlys Schwester hat zwar nur wenige Kurzauftrittem aber gerade solche  müssen sitzen. Und sie tun’s. Bei der Premiere war die  Jungschauspielerin, wie sie dem KiKu gesteht, auch entsprechend nervös.  Und „verrät“, dass sie definitiv nach der Matura auch eine  Schauspielausbildung in Angriff nehmen wird.

 

kurier.at