Amsterdam
Katharina Holub
Wenn Gott tot ist
Frustration, Macht und Gewalt: Ein Höllenritt in „Amsterdam"
24 Stunden lang Gott sein. Ein Jugenddrama. [...] „Die Orientierungslosigkeit und die Macht, die am Ende zur Ohnmacht wird",
ist für den Drehbuchautor und Regisseur Karl Wozek die Botschaft von „Amsterdam". Die Inszenierung glänzt durch die vielfältigen Themengebiete, welche durch die Schauspieler gekonnt, abgedeckt
werden.[...] Gerade bei der Szene des sexuellen Missbrauchs herrschte im Publikum im Dschungel Wien geschockte Totenstille.
Heinz Wagner
Rezepte gegen die Fadesse
Irgendwie ist "ollas urfad".
Sieben Jugendliche einer Stadtrandsiedlung hängen im Café herum. Plötzlich haben sie die Idee. Sie erfinden das "Liebe-Gott-Spiel". Jeden Tag darf eine andere/ ein anderer bestimmen, was zu
geschehen hat - die absolute Macht für 24 Stunden ausüben. Klingt cool und abenteuerlich. Ist es auch - anfangs. Nervenkitzel für alle. Wenn dich ein Gott/ eine Göttin erniedrigt, bleibt die
Gewissheit: An einem anderen Tag bist du an der Reihe zu herrschen. Das Spiel für den die unterschiedlichen Typen Anna, Max, Stelle, Tiberius, Erich, Ricky und Dorothea den Codenamen "Amsterdam"
erfinden, gewinnt jedoch eine unheimliche Eigendynamik.
Die jugendlichen Schauspieler des theater.wozek spielen sehr glaubhaft - beklemmd echt. Rache an einem ehemaligen Mathelehrer wird blutig ausgeübt. Doch wie aus der Gewaltspirale rauskommen, war doch
ein Teil der Spielregeln: Nix darf verraten werden und niemand kann aussteigen...
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