Afrika im Keller
Gabi Matijevic
Dunkle Komödie der Theatergruppe Wozek über Grenzerfahrungen und die heutige Wettbewerbsgesellschaft. [...] Passend zur Weihnachtszeit, der besinnlichsten "Konsumzeit" des Jahres, gelingt es Regisseur Karl Wozek gemeinsam mit seinen Schauspielern unsere Wettbewerbsgesellschaft zu entblößen und zum Nachdenken zu animieren. "Afrika im Keller" thematisiert nicht nur das Phänomen Phantomurlaub, sondern schafft es eine typisch österreichische Familie liebenswert darzustellen, um sie dann Stück für Stück zu dekonstruieren. Dem Ensemble ist ein großartiges Stück mit Tiefenwirkung gelungen, das Vieles offen legt. [...]
Helene Kurz
Phantomurlaub im Keller [...] Die Theatergruppe Wozek zeigt in "Afrika im Keller" eine Extremsituation und treibt unsere perfide Konsumgesellschaft auf die Spitze.
Karl Wozek ist eine aufrüttelnde Parabel gelungen, die zum Nachdenken anregt.
Brigitte Fleischhacker
[...] Karl Wozek ruft mit seiner schrägen Aufführung „Afrika im Keller„ beim Zuschauer Entsetzen hervor, verwirrt, wühlt auf und bringt so auch zum Nachdenken über eine
Konsum- und Leistungsgesellschaft, die den Menschen immer mehr Druck macht mitzuhalten, es ihnen aber gleichzeitig immer schwerer macht ihr gerecht zu werden.
Heinz Wagner
Vorgaukeln: Innere Hölle in der Familie [...] Überhöht in einer Extremsituation geht es auch um das Errichten von Fassaden. [...] Es kommt, wie es kommen muss. Der
Lagerkoller wird von allen stark gespielt. Wo´s gar zu heftig würde, laufen Filmsequenzen auf einem großen Screen.
Bettina Hagen
Afrika im Keller Familie Schreiber lebt vom äußeren Schein und über ihre finanziellen Verhältnisse. Als Vater Schreiber, ein kleiner Angestellter in einem Möbelhaus, sich bei Kollegen
prahlend verplappert, er fahre mit seiner Familie im Winter drei Wochen nach Afrike, bleibt ihm nur die Vortäuschung dieses Urlaubs im hauseigenen Keller. Der Lagerkoller scheint vorprogrammiert, und
trotzdem hält die Familie durch. Das Stück "Afrika im Keller" im Dschungel spielt in der Zeit nach diesem einschneidenden Erlebnis. Um ihren Fortbestand zu gewährleisten, begibt sich die Familie in
einem psychotherapeutischen Speziealinstitut freiwillig nochmals in eine ähnliche beengende Situation. Autor/Regisseur Karl Wozek hat diesmal ein Stück Familientherapie geschrieben und inszeniert, in
dem die Grenzen zwischen alltäglichen Problemen und ihrer ungewöhnlichen Bewältigung verschwimmen. Interessant ist, dass die Familienmitglieder innerhalb ihrer geschlechtsspezifischen Rollen in der
Gesellschaft agieren und mehr oder weniger "funktionieren", währnd sich die gestrenge Leiterin des Instituts im engen Hosenanzug genüsslich über diese Rollen hinwegsetzt und dadurch die Mängel des
"Systems" nicht nur für Familie Schreiber offenlegt
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